Die Umwandlung unserer Grundschule in eine Adventskalenderschule

Die Entstehung einer verrückten Idee

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Eine der schönsten und für alle Kinder wohl wichtigsten Themen innerhalb deutscher Traditionen ist "Weihnachten". Was lag näher in der Comenius- Traditionsgruppe dieses Brauchtumsthema ausführlichst anzusprechen. Außerdem stand die Entwicklung des Kalenderblattes vom Dezember auf dem Plan. Dass sich daraus dann eine große Überraschung für alle Eltern, Schüler und Lehrer der HHGS entwickeln würde, das wussten wir Ende Oktober eigentlich noch nicht. Wir planten zuerst einmal einen Ausflug zum Nostalgiemuseum Hofdorf. Dort wollten wir uns die nur an Weihnachten stattfindende Aktion: "Weihnachten anno dazumal" persönlich ansehen und daraus unser Kalenderblatt entwickeln.

Schon nach der Besprechung war uns klar, dass daraus "etwas Größeres" werden könnte. Deshalb schlug ich vor unsere Grundschule in der Zeit vom 1. bis 24. Dezember in eine Adventskalenderschule umzuwandeln. Dies schien nicht allzu schwer zu werden, da ich als Kunstfachlehrer fast alle dritten und alle vierten Klassen in dieses wahrscheinlich sehr große Vorhaben einspannen konnte. Der Adventskalender 2007 sollte alle Fenster des Einganges im Glasgang vor dem Pausenhof der HHGS ausfüllen.

Keiner, dem Frau Wills ihre Idee erklärte, konnte sich dieses Projekt vorstellen. Trotzdem waren aber alle begeistert und wollten mitmachen.

Die Verwirklichung dieser Idee

Die Vorbereitungen begannen also schon vor den Herbstferien. Als erstes musste mal die Erlaubnis vom Amt für Schulen eingeholt werden den Gang außerhalb der Schulzeit beleuchten zu dürfen. Denn wir wollten ja auch, dass der Adventskalender auch am Abend bewundert werden konnte. Nachdem Herr Fleischer vom Amt für Schulen sich persönlich von unserem Machwerk überzeugt hatte, bekamen wir auch seine Zustimmung.

Danach ging es ans Praktische: Es musste eine Möglichkeit geschaffen werden die Gangfenster zu völlig verdunkeln. Dies würde nur klappen mit starken Pappen in der Größe von 1,60m auf 1,30m, die wir vor die Glasfenster setzen müssten.. Woher sollten wir das Material nehmen? Allein schon an den Kosten könnte das Riesenprojekt scheitern!

Doch da kam auf unsere Nachfrage uns die d + v Display + Verpackung GmbH & Co KG in Neutraubling sehr freundlich entgegen. Ein Anruf bei Herrn Alz mit der Bitte unser geplantes Projekt eventuell mit passenden Kartons zu unterstützen, genügte und sieben riesengroße Kartons, sogar fast in Größe der Glasfenster, wurden in kürzester Zeit bereitgestellt.

Wir danken der Firma auf diesem Weg tausendmal, denn ohne sie wäre die Idee eines solch riesigen Adventskalenders zerplatzt wie eine Seifenblase.

Die großen Kartonplatten passten natürlich in kein normales Auto! So sprang Herr Wills Senior ein und übernahm mit seinem Wohnmobil den Transport der Platten und brachte sie zur Schule. Das Anpassen und der Zuschnitt fand an einem Samstagnachmittag mit Wills Junior und der Schulleitung statt. Nach ca. zwei Stunden waren die sechs 1,30m x 1,60m großen Platten haargenau in die Fenster eingepasst und nach weiteren zwei Stunden mit je vier Fensteröffnungen für die Adventsmotive versehen. Das probeweise Abdecken durch die neu angeschafften Transparentbogen klappte auch.

Pappfenster
Pappfenster im Flur
Drachenpapier
Versuch mit Transparentpapier

Nachdem wir die von den dritten Klassen schon sauber ausgeschnittenen Zahlen von 1-24 geordnet hatten, beklebten wir ein Transparentpapier mit der Zahl eins. Gespannt kontrollierten wir nun den Lichteinfall vom Pausenhof aus und erfreut stellten wir fest, dass man - egal um welches Adventsmotiv es sich handelte- von draußen bei richtiger Beleuchtung selbst noch vom Hans-Herrmann-Park aus gesehen werden konnte.

Zahlen Lichtprüfung

Selbstverständlich bauten wir die Kartonagen wieder ab und verstauten sie bis zum endgültigen Einsatz Ende November in der Stuhlkammer.

Von da ab begann für die Schüler der dritten und vierten Klassen eine umtriebige Zeit. Da sie in Handarbeit schon gelernt hatten, zur Verschönerung der Klassenzimmerfenster, scherenschnittartig Blattformen auszuschneiden, den Innenteil so weit zu entfernen, dass nur noch ein Rand übrig blieb und dann dieses Gebilde mit Transparentpapier auszufüllen, musste diese Technik jetzt nur auf weihnachtliche Motive umgesetzt werden.

Entwurf
Entwurf
Karton
Übertrag auf Karton
Ausfüllen
Ausfüllen mit Transparentpapier

Zuerst wurden die Zweiergruppenteams festgelegt. Beide Schüler oder Schülerinnen arbeiteten von nun an miteinander. Sie überlegten sich, welches Motiv sie gerne erarbeiten wollten und halfen sich gegenseitig die Tücken der Technik zu meistern.

Teamwork
Teamwork war Vorschrift
Hilfe
Einer hilft dem Anderen

Großzügig wurden nur die Umrisse des Entwurfs auf weißes Blatt Papier gezeichnet, dieser dann gemeinsam ausgeschnitten und danach auf einen stabilen schwarzen Karton übertragen ohne das Motiv zu verschieben. Der nächste Schritt des sauberen Ausschneidens erwies sich als nicht allzu schwierig. Zuletzt einigte man sich gemeinsam, welches Transparentpapier wohl am Besten wirken würde.

Konzentration
Konzentration war gefragt
Platz
viel Platz wurde benötigt
fast fertig
fast geschafft

Die Adventszeit

Die Adventsmotive wurden fast alle vor dem Beginn der Adventszeit fertig. Manche konnten noch zu Hause fertig geklebt werden, manche aber ließen auf sich warten und mussten dann durch andere Bilder von Klassenkameraden ersetzt werden. Pünktlich am 1. Dezember wurde die Ziffer 1 entfernt und das erste Bild war sichtbar.

Jeden Morgen, also zu Beginn der Schule machte unser Hausmeister die Lampen im Glasgang an. Und man konnte schon vor Schulbeginn auf Entdeckungsreise gehen, um das neue Bild suchen.

links rechts

Am Abend, von ca. 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr wurde der Glasgang dann beleuchtet und man konnte alle Türchen vom Hans-Herrmann-Park ausgiebig betrachten.

Nikolaus

Als der Hl. Nikolaus unsere Schule besuchte und durch den Glasgang zu den Klassenzimmern schritt, kam er an den noch ziemlich geschlossenen Adventskalender vorbei. Erstaunt blieb erstehen und meinte dann, dass das eine schöne Idee wäre den Kindern die Zeit bis zum Hl. Abend zu verkürzen.

An den Sonntagen konnte man die wunderschönen Motive länger bewundern, denn da blieb das Licht von 16.00 Uhr bis ca.20.00 Uhr an. Jeden Tag öffnete sich nun ein neues Fensterchen und Frau Wills musste sich schon manchmal sagen lassen: Wo ist denn das Bild von heute?? "Es kommt schon noch, ich hatte heute morgen noch keine Zeit es aufzuschlagen!" beruhigte ich dann die eifrigen Beobachter, die dann spätestens in der großen Pause sich zufrieden äußerten.

Schulhaus

Stielow

Der fertige Adventskalender

1
Die Adventzeit beginnt
2
Die erste Kerze brennt
3
Der Krampus macht sich auf den Weg
4
Adventzauber
5
Der Nikolaus kommt
6
Er bringt uns einen gefüllten Stiefel
7
Lebkuchenherzen schmecken fein!
8
Die zweite Adventswoche beginnt
9
Die zweite Kerze brennt
10
In der weihnachtsbäckerei
11
Vorweihnachtlicher Adventszweig
12
Bethmännchen, etwas für Schleckermäuler
13
Wann schneit es endlich?
14
Himmlische Musik
15
Die dritte Adventswoche beginnt
16
Die dritte Kerze brennt
17
Hört ihr die Weihnachtsglocke?
18
Wer bekommt das Geschenk?
19
Noch mehr Geschenke!
20
Das Rentier hilft, aber wie?!
21
Schnee in den Ferien?
22
Die vierte Adventswoche beginnt
23
Die vierte Kerze brennt
24
Endlich Hl. Abend!

Fenzl

Von diesen wunderschönen Adventsmotiven wurden dann für den Weihnachtsbazar Postkarten gemacht und verkauft. Erwähnt sei noch, dass die Zahlen, die verschiedenartigen Weihnachtssterne und die 4 Adventskränze von den dritten Klassen gestaltet wurden. Die vierten Klassen erarbeiteten im Zweier-Teamwork die noch fehlenden Motive. Da Frau Wills gerne auch noch einmal die Gesamtansicht des erleuchteten Adventkalenders haben wollte, aber sie es mit ihrem Fotoapparat einfach nicht zufriedenstellend schaffte, erbat sie Hilfe von elterlicher Seite. Und siehe da, es kamen zwei Herren, Herr Fenzl und Herr Stielow und boten ihre professionale Hilfe an. Mit ihren ausgezeichneten Kameras und ihrem versierten Können knipsten sie dann den gesamten beleuchteten Kalender. Für den Zeitaufwand und diese Freundlichkeit gebührt auch ihnen ein herzliches Dankeschön. Denn dadurch ermöglichten sie allen dieses von den Kindern wirklich toll erarbeitete Projekt auch noch auf der Homepage bewundern zu können.

Stand: 02.01.2011 22:00
HHGS
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